Ich weiß, was Sie denken.
Da steht „Fall“, da steht „Ermittlung“, da steht sogar „Pudel“. Also muss es ein Krimi sein.
Falsch.
Oder besser: fast falsch.
Denn Pudel im Kopf tut nur so, als würde er ermitteln. In Wirklichkeit stolpert er mit Anlauf durch einen Tatort, der zufällig das Leben ist.
Ich habe keinen klassischen Krimi geschrieben. Keine Leiche im ersten Kapitel. Keine Ermittlerin mit Alkoholproblem (nur Mitarbeiter mit Auflösungserscheinungen). Keine Spurensicherung – es sei denn, man zählt das CRM-System als Tatwerkzeug.
Was stattdessen passiert:
- Eine Figur verliert sich in Gesprächen, die nie aufgezeichnet wurden.
- Es gibt eine Stimme, die nicht aus dem System kommt – aber aus dem Kopf.
- Und einen Hund, der mehr weiß, als irgendjemandem lieb sein kann.
„Ermitteln“ heißt hier nicht: „einen Täter finden“.
Es heißt: herausfinden, ob etwas überhaupt passiert ist – und warum es sich trotzdem anfühlt, als hätte man Schuld daran.
Pudel im Kopf ist eine psychologische Groteske mit Kriminalvokabular. Ein Whodunit ohne Tod, dafür mit existenzieller Flurbeleuchtung.
Die echten Fragen lauten nicht:
Wer war’s?
Sondern:
War überhaupt jemand da?
Und wenn ja – warum habe ich nicht aufgelegt?
Ich habe mich entschieden, mit Krimi-Versatzstücken zu schreiben, weil sie Ordnung versprechen.
Aber wie jeder weiß, der jemals mit einem Großpudel diskutiert hat: Ordnung ist eine Illusion.
Und Illusionen sind das beste Beweismaterial.
Holstein sagt:
„Also gut, Mark.
Du hast einen Krimi geschrieben, der keiner ist, und erklärst das in einem Text, der so tut, als sei er Klartext.Das ist wie ein Feueralarm, der sagt: „Ich bin kein Alarm. Ich brenne nur innerlich.“
Aber bitte – erzähl den Leuten ruhig weiter, es gehe nicht um Mord.
Ich sehe nur einen Tatort: Dein Selbstbild nach 300 Seiten literarischer Eigenvermeidung.“